Minerva Hase und Nikita Volodin haben bei der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Boston eine sportliche Glanzleistung abgeliefert und dabei Geschichte geschrieben. Das deutsche Paar holte sich am Donnerstagabend mit 219,08 Punkten die Silbermedaille im Paarlauf und verpasste Gold nur hauchdünn um 0,71 Punkte.
Die neue Kür zur Musik von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ wurde von den Preisrichtern mit der höchsten Wertung des gesamten Wettbewerbs belohnt. 145,49 Punkte bedeuteten nicht nur persönliche Bestleistung, sondern auch das beste Kür-Ergebnis aller teilnehmenden Paare.
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Hase/Volodin nach dem Kurzprogramm noch auf Platz 3
Nach dem Kurzprogramm hatten Hase und Volodin auf Platz drei gelegen. Doch im Finale der Eiskunstlauf-WM 2025 zeigten die Europameister eine nahezu fehlerfreie Darbietung, die nicht nur technisch brillierte, sondern auch emotional mitriss. Und dies sehr zur Freude der Zuschauerinnen und Zuschauer, unter ihnen auch Eiskunstlauf-Legende Katarina Witt. Mit dieser Weltklasse-Kür zogen sie an den Italienern Sara Conti und Niccolò Macii (210,47 Punkte) vorbei auf den Silber-Rang. Nur das japanische Duo Riku Miura und Ryuichi Kihara war noch einen Hauch besser und holte mit 219,79 Punkten seinen zweiten WM-Titel nach 2023.
Eiskunstlauf-Weltmeister Paarlauf seit 2015
„Wir sind sprachlos. Die Kür war mega“, schwärmte Minerva Hase nach dem Wettkampf. „Es fühlt sich ein bisschen golden an.“ Auch ihr Partner Nikita Volodin zeigte sich überglücklich: „Wir haben alles gegeben.“ Zwar war die letzte Hebung nicht ganz perfekt, wie Hase später einräumte („Wir sind ein bisschen abgerutscht“), doch dieser Schönheitsfehler tat dem großen Erfolg bei der Weltmeisterschaft keinen Abbruch.
„Wir sind sprachlos. Die Kür war mega. Es fühlt sich ein bisschen golden an.“
Minerva Hase
Nikita Volodin benötigt deutschen Pass für Olympische Spiele 2026
Mit der Silbermedaille haben sich Hase und Volodin nicht nur ihren großen Traum erfüllt, sondern sie haben sich auch endgültig in die Weltspitze katapultiert. Für beide ist es die zweite WM-Medaille nach Bronze im vergangenen Jahr. In dieser Saison hatten sie bereits das Grand-Prix-Finale und die Europameisterschaft gewonnen. Der Blick richtet sich nun klar auf das nächste große Ziel: die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina d’Ampezzo. Die Deutsche Eislauf-Union hat nach dem starken WM-Ergebnis zwei Quotenplätze für die Olympischen Spiele sicher. Neben Hase/Volodin wird wohl auch mit dem zweiten deutschen Paar Annika Hocke und Robert Kunkel geplant, die in Boston allerdings nur Platz 18 belegten.
Eiskunstlauf-WM 2025 Zeitplan
Für Hase und Volodin ist die Ausgangslage sportlich ideal – wenn da nicht ein bürokratisches Problem wäre. Nikita Volodin, geboren in Russland, besitzt noch keinen deutschen Pass. Ohne diesen darf er nicht bei Olympia starten. Die Zeit drängt, denn in weniger als zehn Monaten beginnen die Spiele in Italien. ARD-Experte Daniel Weiss lobte das Paar in höchsten Tönen: „Sie hätten auch Gold verdient gehabt.“ Doch er sieht in der Silbermedaille sogar einen Vorteil. „Gold bei EM und WM – der Druck für Olympia wäre zu groß geworden. So ist es perfekt.“ Die beiden 25-Jährigen sind nach ihrer Kür jedenfalls bereit für den ganz großen Wurf – wenn der Pass rechtzeitig kommt.